In spannenden Porträts, Reportagen und Interviews präsentieren die Autoren völlig unterschiedliche Lebensmodelle jenseits des Schub­ladendenkens. Lesebuch und Ratgeber zugleich – dieses Buch ermutigt dazu, selbst­bewusst neue Wege bei der Familiengründung zu ­gehen! Unter der Großen Koalition ist Bewegung in die Familienpolitik geraten. Die verantwortliche Ministerin mit sieben Kindern schwärmt von der Großfamilie, selbst der Bundespräsident stellt fest: »Familie ist da, wo Kinder sind« – und schließt bewusst unverheiratete und homosexuelle Paare mit ein. Nur einige ultrakonservative Hinterbänkler trauern noch der klassischen Hetero-Ehe mit ein, zwei Kindern als »Keimzelle des Staates« hinterher. Für die Publizisten Micha Schulze und Christian Scheuß ist dies nur ein halber Erfolg. Denn die Lebenswirklichkeit in Deutschland ist weitaus vielfältiger, als es Ursula von der Leyen und Horst Köhler immerhin einzugestehen bereit sind. Auch ohne Kinder, ohne Trauschein, ohne eine sexuelle Beziehung und ohne ein lebenslanges Versprechen stehen Menschen füreinander ein und sind bereit, miteinander Verantwortung zu übernehmen – in Wahl-, Patchwork- und Regenbogenfamilien, in Dreierbeziehungen, Wohn- oder Hausgemeinschaften. Lebensweisen, denen die Privilegien einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft verwehrt sind. Das Buch Alles, was Familie ist wagt eine komplette Neudefinition des Familienbegriffs und stellt Modelle einer modernen Lebensweisenpolitik zur Diskussion. Nicht einfach nur trocken und theoretisch: In spannenden Porträts, Reportagen und Interviews präsentieren die Autoren völlig unterschiedliche Lebensmodelle, die in keine der alten Schubladen passen. Alles, was Familie ist ist Lesebuch und Ratgeber in einem. Ein Buch, das Mut macht, selbstbewusst neue Wege bei der Gründung der eigenen Familie zu gehen. Wie immer die auch aussieht und wer immer ihr auch angehört.

Geborgenheit, Anteilnahme, Wertschätzung, Verbindlichkeit, Förderung. Was viele Menschen in ihrer Herkunftsfamilie nie erfahren haben, finden sie in ihrer ganz persönlichen Wahlfamilie. In Porträts, Interviews, Protokollen und Reportagen stellt Alles, was Familie ist die nterschiedlichsten Verantwortungsgemeinschaften vor: Geschwister- und Senioren-WGs, allein erziehende Großmutter mit Adoptivkind, alternative Hausgemeinschaften, schwule und lesbische Paare mit Pflegesöhnen, Landkommunen und Dreierbeziehungen. So verschieden diese Lebensmodel­le sind, und auch wenn nicht überall eine »Liebesbeziehung« die Grundlage ist, so steckt hinter ihnen doch die gemeinsame Bereitschaft, ein Zusammenleben in partnerschaftlicher oder solidarischer Hinsicht bewusst zu gestalten. Mit allen Höhen und Tiefen, und nicht immer gelingt’s – wie in jeder anderen Familie auch. Ergänzend zu dem ausführlichen Porträtteil dokumentiert »Alles, was Familie ist« auch die politischen Versuche, die soziale Integrationsleistung alter­nativer Lebensformen rechtlich anzuerken­nen, und skizziert Modelle, wie eine moderne Familienpolitik konkret aussehen könnte. Ein umfangreicher Serviceteil mit Adressen von Wohnprojekten, Vereinen, Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen gibt dem Leser weitere Tipps.

Über die Autoren
Herausgegeben wird das Buch vom Journalistenpaar Christian Scheuß (Jahrgang 1966) und Micha Schulze (Jahrgang 1967), den kreativen Köpfen der Medienagentur »queercom« in Köln. Beide haben zahlreiche Sach­bücher veröffentlicht. Im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschien von ihnen zuletzt der Band »Fremdgehen macht glücklich – Neue schwule Lebens- und Liebesformen«.

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