Eine gemeinsame Tagung des Arbeitsbereichs gleichgeschlechtliche Lebensweisen der schleswig-holsteinischen Landesregierung und der Evangelischen Akademie Bad Segeberg vom 5. bis 7. November 1999 brachte unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Diskussionsansätze zum Thema Familie und Homosexualität zusammen.

Rund 140 Teilnehmende verknüpften soziologische und politische Analysen mit der Frage nach pädagogischen Konsequenzen für Schule, Jugendhilfe und Familienhilfe, und nach politischen Konzepten für eine Übersetzung gesellschaftlichen Wandels in einen juristischen Rahmen. Deutlich wurde in der Debatte auch ein verbreitetes Unbehagen in Bezug auf Denkmuster, welche die aktuelle politische Diskussion dominieren. Im Raum stand die Frage, ob ein Rechtsinstitut der eingetragenen Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule ein notwendiger erster Schritt hin zu einer auch rechtspolitischen Pluralisierung von Lebensweisen darstellt, oder ob sie als Anachronismus bewertet werden muß, mit dem eher die Hilflosigkeit von Politik angesichts des rasanten gesellschaftlichen Wandels dokumentiert wird.

Mit dem Buch „Homosexualität – Herausforderung für die Familie“, das beim Hamburger eb-Verlag erschienen ist, werden die Hauptvorträge der Tagung nun auch dem breiten Publikum in schriftlicher Form vorgelegt. Sie wurden ergänzt durch Beiträge, die weitere wichtige inhaltliche Aspekte zusammenfassen und eigens für dieses Buch geschrieben wurden.

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