Die im Bereich Beratung tätigen Organisationen im Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg lieferten ein umfassendes Projektkonzept, wie Beratungsbedarfen qualifiziert und flächendeckend entsprochen und die begrenzten Ressourcen effizient eingesetzt werden können. Dank der Förderung durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien, Frauen und Senioren wird jetzt dieses landesweite Beratungsprojekt für LSBTTIQ gestartet.

Das Projekt „Etablierung landesweiter Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen“ wird den Zugang zu fachlich fundierter Beratung zu geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung sowie von LSBTTIQ Menschen in der Fläche verbessern. Gleichzeitig werden bis Ende 2016 im Rahmen des Projekts die Beratungsleistungen durch stärkere Vernetzung und fortgesetzte Qualifizierung innerhalb der beteiligten Organisationen landesweit auf hohem fachlichen Niveau geleistet. Dr. Ulli Biechele von PLUS, der Psychologischen Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar betont, wie bedeutsam das Angebot für viele Ratsuchende ist, die sich bisher eine fachliche Beratung nicht leisten konnten: „Bereits in der 1. Woche konnten wir Beratungsgespräche für einen Auszubildenden anbieten, der nach einem Zwangsouting von seiner Familie unter Druck gesetzt wird.“

Marion Römmele, Mitglied des Sprechendenrats des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, freut sich besonders über die gelungene Einbindung der Community in die Projektentwicklung und auch in die anlaufende Umsetzung des Projekts:

„Wir können auf vielfältige Ressourcen der Community zurückgreifen. Endlich können die besonderen Kompetenzen, Ratsuchende in ihren Anliegen ernst zu nehmen und zu stärken, Eingang in qualifizierte Beratung finden.“

Die Steuerung des Projekts wurde an Mathias Falk (Rosa Hilfe Freiburg e.V.) und Margret Göth (PLUS e.V. Mannheim) übertragen. Alle, die aktuell Beratung anbieten oder in Zukunft Beratung anbieten möchten, können sich an das Netzwerk wenden über landesweite-beratung@netzwerk-lsbttiq.net. Für Ratsuchende werden in den kommenden Wochen eine gemeinsame Website und entsprechendes Informationsmaterial erstellt, das den Zugang zu den Beratungsleistenden erleichtert.

Kontakt für Berater_innen und interessierte Gruppen: landesweite-beratung@netzwerk-lsbttiq.net 

Über das Netzwerk:

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.

 

Kontakt zum Sprechendenrat: sprechendenrat@netzwerk-lsbttiq.net 
Mehr Informationen zum Netzwerk: www.netzwerk-lsbttiq.net 
Netzwerk bei Facebook: www.facebook.com/lsbttiq 

LSBTTIQ: Die Abkürzung steht für die einzelnen Richtungen in der vielfältigen Regenbogen-Gemeinschaft – lesbisch (L), schwul (S), bisexuell (B), transgender (T), transsexuell (T), intersexuell (I), queer (Q).