Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: Tätigkeitsbericht 2018

Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: Tätigkeitsbericht 2018

2018 gab es für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) einen guten wie wichtigen Grund zum Feiern: Der 150. Geburtstag des Namensgebers. Es galt, nicht nur die Lebensleistung des jüdischen  Sexualforschers und Vorkämpfers der ersten Emanzipationsbewegung
der Homosexuellen zu würdigen. Unserem Team der Bundestiftung und unseren Kooperationspartner_innen, wie z. B. der
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft und den Freund*innen des Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses (E2H), war es zugleich ein Anliegen, das Leben und Werk Magnus Hirschfelds darzustellen und in der Öffentlichkeit breiter bekannt zu machen.

Darüber hinaus gab es noch andere Projekte. Beispielhaft sei hier die Reihe „Ein anderer Blick. Lesbische Lebenswelten in Berlin“ genannt, die die BMH gemeinsam mit dem FFBIZ, dem Spinnboden, RuT und der Medienpartnerin L.MAG veranstalteten. Mit diesen Zeitzeuginnen-Gesprächen konnten der  eigene Anspruch verdeutlicht werden, lesbisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart sichtbarer zu machen und keine erneute Marginalisierung von Lesbengeschichte in Bildung, Forschung und Erinnerungskultur zuzulassen.

Tätigkeitsbericht 2018 zum Download

Broschüre „Homosexualität und Islam: lsbttiq und muslimisch sein?!

Broschüre „Homosexualität und Islam: lsbttiq und muslimisch sein?!

Ein wichtiger Teil des Projekts Vielfalt unterm Regenbogen war die deutsch-, englisch-, türkisch- und arabischsprachige Broschüre „Homosexualität und Islam: lsbttiq und muslimisch sein?!“. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Fachexpert_innen sowie Organisationen aus den Bereichen LSBTTIQ und/oder Migration erarbeitet. Betont wird die Vielfalt im Islam unter Hinweis auf inklusive Betrachtungsweisen und Angebote in der Region. Die Broschüre wurde im Rahmen von zwei Fachtagungen zur Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Identitäten und Islam als religiösem Rahmen und gemeinschaftlicher Heimat verschiedenster Menschen im Herbst 2016 in Mannheim und im Frühjahr 2017 in Heidelberg präsentiert. Hier diskutierten Wissenschaftler_innen und Vertreter_innen der Zivilgesellschaft die Herausforderungen, die queeren Muslim_innen in Deutschland begegnen. Gleichzeitig zeigte sich die wachsende Vernetzung queerer Muslime.

Download hier.

Coming Out-Broschüre als Orientierung und Mutmacher – nicht nur für Jugendliche

Coming Out-Broschüre als Orientierung und Mutmacher – nicht nur für Jugendliche

Um Jugendlichen und jungen Heranwachsenden auf diesem Weg der Selbstfindung beizustehen und Mut zu machen, hat das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg eine kleine Broschüre im Hosentaschenformat aufgelegt. Auf 28 Seiten wird vieles Nützliche und Wissenswerte rund um das Coming Out sowie die damit verbundenen Fragen, Nöte und Herangehensweisen zusammengefasst.

Anhand von konkreten Situationen und realitätsnahen Beispielen verschiedener Jugendlicher, werden Zusammenhänge erklärt und Erfahrungen vermittelt. „Wir wollen aufzeigen, dass sich der Mut zu sich selbst zu stehen und sich anzunehmen immer auszahlt“, bringt Angela Jäger, Mitglied des Sprechendenrats des Netzwerks LSBTTIQ, die Idee der Broschüre auf den Punkt. „Junge Menschen sollen beim Durchblättern und Lesen entdecken, dass die eigene sexuelle Orientierung völlig in Ordnung ist und dass Menschen ihre geschlechtliche Identität selbst bestimmen. Geschlecht ist eben vielfältiger, als die übliche Gegenüberstellung von Mann und Frau unterstellt.“ Wichtig war dem Netzwerk LSBTTIQ dabei, deutlich werden zu lassen, dass Vielfalt auch noch viele weitere Dimensionen umfasst. „Selbstverständlich sind LSBTTIQ Jugendlich auch sehr verschieden. Nicht alle gehören beispielsweise der Mehrheit mit deutscher Muttersprache an.“

Bunt gemixt mit Comic-Zeichnungen geht es unter anderem ums innere und äußere Coming Out, die Vielfalt von Geschlecht oder was zu tun ist bei Diskriminierung und Ausgrenzung. Ein Glossar mit wichtigen Begriffen, eine ergänzende Medienliste sowie eine Übersicht von Jugendgruppen in Baden-Württemberg runden das Heft ab.

Die Erstellung der Coming Out-Broschüre „Alles was du wissen solltest“ wurde von einem eigens eingerichteten Jugendbeitrag eng begleitet und wurde gefördert durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg.

Die Broschüre kann gegen Portoersatz bestellt werden über coming-out@netzwerk-lsbttiq.net. Eine Onlineversion steht auf der Netzwerkseite www.netzwerk-lsbttiq.net unter der Rubrik Jugend/Coming-Out zum kostenlosen Download bereit. Zudem werden momentan zahlreiche Auslagestellen (Stadtbibliotheken, Jugendzentren) in ganz Baden-Württemberg mit Exemplaren des Hefts versorgt. Eine aktuelle Liste der Orte, an denen das Heft kostenlos mitgenommen werden kann, findet sich ebenfalls auf der Webseite des Netzwerks.

Bestellung gegen Portoersatz über: coming-out@netzwerk-lsbttiq.net
Herunterladen der Broschüre: hier
Kostenlos Mitnehmen: an verschiedenen öffentlichen Orte oder direkt bei unseren Mitgliedern

Über das Netzwerk:

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.

Kontakt zur Geschäftsstelle: kontakt@netzwerk-lsbttiq.net
Kontakt zum Sprechendenrat: sprechendenrat@netzwerk-lsbttiq.net
Mehr Informationen zum Netzwerk: www.netzwerk-lsbttiq.net
Netzwerk bei Facebook: www.facebook.com/lsbttiq

LSBTTIQ: Die Abkürzung steht für die einzelnen Richtungen in der vielfältigen Regenbogen-Gemeinschaft – lesbisch (L), schwul (S), bisexuell (B), transgender (T), transsexuell (T), intersexuell (I), queer (Q).

Geschlechtliche Vielfalt. Broschüre des BFSFJ: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten

Geschlechtliche Vielfalt. Broschüre des BFSFJ: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten

Eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums des Innern, des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (IMAG Intersexualität/Transsexualität) beschäftigt sich mit der Situation betroffener Menschen und mit etwaigen Gesetzesänderungen.

Begriffe schaffen Identität. Begriffe von Identitäten helfen, sich politisch Gehör zu verschaffen; klare Begriffe sind wichtig, um Gesetze zu machen. Aber Begriffe legen auch fest, und Festlegungen verdecken manchmal Unterschiede, Veränderungen und Unschärfen, die für Menschen und ihr Leben wichtig sind. Deshalb, so sperrig es klingt: Gesellschaftspolitische Maßnahmen müssen geeignet sein, (transsexuelle, transgeschlechtliche, transidente, trans*, transgender, intersexuelle, intergeschlechtliche, zwischengeschlechtliche und inter* Menschen) anzuerkennen, zu unterstützen und zu fördern – in ihrer ganzen Vielfalt und Besonderheit.

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Informationsbroschüre Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule. Informationen für die Professionelle Altenpflege.

Informationsbroschüre Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule. Informationen für die Professionelle Altenpflege.

Informationsbroschüre Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule. Informationen für die Professionelle Altenpflege - Informationen über Geschichte, Kultur und Lebenserfahrungen von älteren Lesben und SchwulenDie Informationsbroschüre Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule. Informationen für die Professionelle Altenpflege – Informationen über Geschichte, Kultur und Lebenserfahrungen von älteren Lesben und Schwulen – ist erschienen. Die Broschüre wird in der Schriftenreihe des rubicon e.V. Impulse unter Band 10 herausgegeben. 

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„Pflegekräfte benötigen Wissen um die schwul-lesbische Kultur und genügend Informationen, um die Erfahrungen alter homosexueller Menschen in den geschichtlichen Zusammenhang einordnen zu können“, so NRW – Emanzipationsministerim Barbara Steffens im Vorwort der Veröffentlichung.

Die von Dr.in Gabi Stummer im Rahmen des Landesprojektes zur Kultursensiblen Pflege für Lesben und Schwule erarbeitete Broschüre wendet sich an die Pflege, insbesondere an die Fachrichtung Altenpflege. Sie soll zu einem professionellen Umgang der Pflegenden mit älteren, alten und hochaltrigen gleichgeschlechtlich liebenden Menschen beitragen.

Im Anschluss an eine thematische Einführung skizziert ein Rückblick in die jüngere deutsche Geschichte das politische und gesellschaftliche Klima, das für die ältere Generation der Lesben und Schwulen prägend war. Hervorgehoben wird, welche Auswirkungen die tief verwurzelte Homophobie auf das alltägliche Leben hatte. Das Wissen über die gesellschaftlichen Bedingungen, in denen Lesben und Schwule aufgewachsen sind, kann zu einem besseren Verständnis ihrer heutigen Lebenssituation führen. Welche Anforderungen sich daraus für die (Alten)pflege ergeben und welche Kompetenzen erforderlich sind, erläutert die Autorin in ihren Ausführungen über das zugrunde liegende Pflegeverständnis.

Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule. Informationen für die Professionelle Altenpflege
Hg.: Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule in NRW; rubicon e.V., 2014

Kontakt zur Autorin sowie weitere Informationen zu Professioneller Pflege von Lesben und Schwulen
Gabi Stummer, Doktor_in der Pflegewissenschaft
gabistummer@web.de 

Gabi Stummer bietet folgende Themen für Vorträge, Präsentationen oder Workshops im Bereich Pflegewissenschaft und Pflege an:

  • Aufgaben und Verantwortung der Professionellen Pflege gegenüber Lesben und Schwulen
  • Lebensrealitäten von alten, älteren und hochaltrigen Lesben und Schwulen
  • Lesben- und Schwulenkultur
  • Identität und Heteronormativität
  • Intersektionalität und Diskriminierung

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