Dieses „Künstler“-Etablissement ist nächtliches Refugium für gesellschaftliche Außenseiter aller Art – Transen und Huren, Knastbrüder und Luden, Femmes und Garçonnes. Hier fließen Champagner und Bourbon in Strömen; jede und jeder kann sich zeigen, wie sie sind oder gerne sein möchten.

Gigola inszeniert sich als Dandy und lässt sich von Odette, einer reichen Dame aushalten – gegen die eine oder andere sexuelle Dienstleistung. Immer geschniegelt, immer kontrolliert lässt Gigola niemanden wirklich an sich heran. Dass ihr Vater ein opiumsüchtiger Möchtegern-Schriftsteller ist und ihre Mutter für den Mann alles aufzugeben bereit ist, verstärkt die heimliche Depression des Szenestars. Erst die 20 Jahre ältere Psychiaterin Alice schafft es, die Mauer zu durchbrechen, die Gigola um ihr Herz aufgerichtet hat. Doch Alice hat nicht den Mut, ihr Dasein über den Haufen zu werfen, in dem sie es sich bequem eingerichtet hat. Gigola versucht sich daraufhin für kurze Zeit am traditionellen Frauenbild … und scheitert grandios. Gigola bleibt also Gigola und kehrt in den Schoß ihrer wirklichen Familie, der lesbischen Subkultur, zurück.

Der gleichnamige Roman erschien im Februar 1972 in Frankreich und fiel sofort der Zensur zum Opfer. Erst 30 Jahre später, im Jahr 2002, wurde er wieder aufgelegt und jetzt von seiner Autorin als Film umgesetzt. Als Hommage an die lesbische Garçonne weiß er das Lebensgefühl der Demimonde, des „Milieus“ der 60er-Jahre mit viel Stil und Gefühl zu vermitteln und erinnert dabei auch an Klassiker wie „Mädchen in Uniform“ oder die Vita von Colette. Ganz gleich, wie verkracht die Existenzen in diesem stylischen Debüt mit seinen schmutzigen Chansons und lesbischen Striptease-Shows sein mögen – Gigola zeigt sie immer mit liebevoller Wertschätzung. Kein Wunder, denn die Autorin hat es selbst erlebt: Gigola ist ihre eigene Geschichte und die Charaktere sind nicht aus der Luft gegriffen. Als Gigola glänzt Lou Doillon, die bereits in Filmen von Agnes Varda und Jane Birkin zu sehen war. In weiteren Rollen: Eduardo Noriega als der Kleinkriminelle Tony und die Almodóvar-Actrice Rossy di Palma als Dominique.

DarstellerInnen: Lou Doillon, Eduardo Noriega, Thierry Lhermitte
Format: Anamorph, Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Pro-Fun Media
Erscheinungstermin: 10. Dezember 2011
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 102 Minuten

 

 

Pin It on Pinterest

Share This