Die Verzauberten treffen sich in unbeobachteten, privaten Kreisen. Sie feiern reihum ihre kleinen Feste und es entsteht ein verträumt-vertrautes schwules Refugium, in dem ganz wenige Bars, und auch der verborgene nächtliche Parkbesuch, Kontakt zu Gleichgesinnten ermöglicht. Das homosexuelle Leben im Verborgenen ändert sich in der DDR Mitte der 1970er Jahre.

Von der BRD und ihrer schwulen Emanzipationsbewegung beeinflusst, und nur wenig zeitversetzt, bilden sich in der DDR Arbeitsgruppen zur Homosexualität, die aufbrechen, unter dem Schutz der Kirchen, emanzipatorische und offen gelebte, schwule Lebensformen als Alternative zur Kleinfamilie zu entwickeln. Sich homosexuell zu outen wird durch die solidarischen Gruppen leichter.„Out in Ost-Berlin“ begleitet die Erzählungen von schwulen Männern und lesbischen Frauen durch die sozialistische DDR bis zum Mauerfall. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen auf dem Weg zu einer selbstbewusst geouteten sexuellen Identität, eint jedoch eine spezifische Perspektive: Sie werden vom wachsamen Auge der Stasi begleitet und ihre Schritte sind bis ins Bett hinein in unzähligen Akten-Dossiers notiert. Der Filmemacher Jochen Hick zeichnet mit Andreas Strohfeld anhand der homosexuellen Perspektive ein politisches Bild der DDR, in dem die Bürger kontrolliert, bespitzelt und in ihrer Bewegung einschränkt sind und zum Verrat an der eigenen Sache, nämlich der homosexuellen Emanzipation, aufgefordert werden. Der Mauerfall beendet zwar die akribische Bespitzelung der Stasi, aber sie hinterlässt auch 20 Jahre nach dem Mauerfall Spuren in den Menschen, die unter den Bedingungen der real existierenden DDR versucht haben, ihre Homosexualität leben zu können.

Weitere Informationen unter www.galeria-alaska.de > Portfolio > Out in Ost-Berlin

 

OUT IN EAST-BERLIN Trailer (HiRes) from GALERIA ALASKA on Vimeo.

 

Pin It on Pinterest

Share This