Köln/Migration: Hoki und Ignis Das Programm des IGNIS ist gefüllt mit Kulturveranstaltungen und offenen Treffs. Es wird von Menschen verschiedenster mittelost- und osteuropäischer, aber auch deutscher, englischer, belgischer und anderer Herkunft besucht.

 

Betrieben wird es dank des unermüdlichen Einsatzes der vielen nur ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den „Ignis-Infizierten“, wie sie manchmal genannt werden. Das IGNIS ist seit langem eine feste Instanz im Leben verschiedener osteuropäischer Migrationscommunities und für die gesamte Kunstszene Kölns.

Frau Andrzejewski, von vielen liebevoll Lila genannt, meinte mit einer „Gruppe“ einen
regelmäßigen offenen Treff von und für Schwule und Lesben, Freunde, Familienmitglieder und Interessierte. Besonders in Erinnerung bleibt ihre Begründung für dieses Engagement:

„Ich möchte das nicht, weil Schwule und Lesben etwas Besonderes sind, sondern weil es sie gibt, auch unter Migranten. Und wenn wir hier etwas für den Querschnitt der Bevölkerung machen wollen, gehören sie einfach dazu!“

Aus diesem Grund erhoffen sich die Organisatoren des neuen Treffpunktes, dass weitere kulturelle Institutionen und Migrationscommunities dem Beispiel folgen und die Realität anerkennen. Obwohl es nach unserer Erfahrung das erste Mal war, dass jemand aus einer Migrationscommunity auf zwei bekannte schwul-lesbische Institutionen bzw. Organisationen zuging und einen Kooperationswunsch signalisierte und nicht umgekehrt, glauben alle Beteiligten daran, dass es nicht bei den wenigen Partnern bleibt. Man wünscht sich einen regen Austausch und Kooperationen auf der kommunalen Ebene in einer Stadt, in der Migranten und auch Homosexuelle einen so großen Teil der Bevölkerung bilden.

Im Februar 2009 wurde die Idee realisiert und am 10. Februar traf sich die Gruppe HOKI (Homosexuelle Osteuropäerinnen im Kulturzentrum IGNIS) das erste Mal. Jeweils der zweite Dienstag eines Monats von 18:30 bis 22:00 Uhr ist im IGNIS für diese Gruppe reserviert. Hier finden kulturelle Veranstaltungen und Gesprächsrunden sowie Erfahrungsaustausch zu den Themen Lesbisch- und Schwulsein in Osteuropa oder Leben als homosexuelle Osteuropäerln in Deutschland.

Frau Andrzejewski hat mit dieser Initiative und Offenheit einiges auf sich genommen, das sie schon aus eigener Erfahrung kennt: Bereits 2005 hatte das IGNIS in Kooperation mit dem Kölner Generalkonsulat der Republik Polen im Rahmen der langen Nächte der polnischen Literatur auch einen „Abend schwul-lesbischer Literatur“ veranstaltet. Danach häuften sich die Austritte von Besucherinnen aus den Mailinglisten des IGNIS und das Haus selbst wurde aus verschiedenen Verteilern gestrichen.
Genau dies wiederholte sich teilweise auch jetzt. Manche Multiplikatoren weigern sich nun, Werbung für das Programm des IGNIS zu machen, da dies der „Werbung für Homosexuelle“ gleich käme.    
Lila Andrzejewski bleibt jedoch bei ihrer Entscheidung. Sie ist nicht zum ersten Mal mit Unverständnis oder Ablehnung konfrontiert. Trotzdem setzt sie nach eigenen
Worten auf „offene Köpfe bei den Besuchern von IGNIS“ .

HOKI TRIFFT SICH
jeweils am zweiten Dienstag im Monat
von 18:30 bis 22:00 Uhr
in den Räumen von IGNIS
in der Elsa-Brändström-Str. 6, 50668 Köln
__________________________________
Das aktuelle Programm finden Sie
im Terminkalender von IGNIS unter
www.ignis.org

Pin It on Pinterest

Share This