Als ungewolltes und ungeliebtes Kind von der Mutter schon früh zur Männerfeindschaft erzogen, sollte ihr die Liebe im Sinne normaler Beziehungen zu einem Problem werden: Ihre Neigung gilt den Frauen. Gefährten sucht sie sich unter Männern, die sind wie sie selbst: Außenseiter, besessen von der „Leidenschaft des Möglichen“. Als Internatsschülerin bindet sie sich an eine Mitschülerin, später an die junge Lehrerin Hermine. Der Schule bald verwiesen, führen die beiden einen gemeinsamen Haushalt, bis Hermine die einstige Schülerin einer jüngeren wegen verläßt. Maurice Sachs tritt in ihr Leben. Bevor er Abschied nimmt – um als „Fremdarbeiter“ nach Deutschland zu gehen – gibt er ihr den Rat, ihr Leben niederzuschreiben. So entstand dieses Buch.

„Intelligent, herausfordernd, verwirrend“ wurde es genannt, „schamlos und unschuldig, gewalttätig und zart – ein Schrei aus dem Innern einer Frau, der es nicht darum geht, zu gefallen.“ Indem Violette Leduc die Dinge beim Namen nennt, bekennt sie offen, was in ihrem Kopf und in ihrem Körper geschieht. Eine bittere Revolte gegen die Konvention, dargeboten in einem ekstatischen Stil, der dem Leser die fremdartige und leidende Gestalt der Autorin bildhaft vor Augen führt.

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