Amazonenaxt
Siehe Stichwort Doppelaxt, da es damit gleichbedeutend ist.

 

Androgyn
Körperlich-seelische Mischung beider Geschlechter in einer Person. Manche Lesben bezeichnen sich selbst so, weil sie sich nicht in eine der beiden Kategorien „Butch“ oder „Femme“ (siehe Erläuterung unten) einordnen wollen

Birkenstocklesbe – sehr populär in den 80er Jahren.
Meint Lesben, die eher als politisch-feministisch und veraltet als „öko“ eingestuft werden

Blümchensex
Sanfter und zärtlicher Umgang miteinander beim Sex ohne grobes Anfassen oder gar z. B. S/M – Spiele (Sadomasochismus)

Businesslesbe
Die karriereorientierte berufstätige mit Businessanzug, Nadelstreifenkostüm, Geld, Macht und Ledertasche ausgerüstete Lesbe.

Butch [‚butsch]
Bezeichnung aus dem Englischen für eine Lesbe, die sich maskulin kleidet und verhält. Da aber jede Frau etwas anderes darunter versteht, was maskulin nun sein soll, und viele Lesben Rollenzuschreibungen für ihre eigene Person ablehnen, kann es böses Blut geben, wenn jemand als Butch bezeichnet wird (muss aber nicht, es gibt auch Lesben, die sich bewusst auch selbst so nennen).

Christopher Street Day [christoffer stri:t dei]
„Feiertag“ der Lesben und Schwulen.
Früher kam es in den USA immer wieder zu Razzien der Polizei in Lesben- und Schwulenlokalen, bei denen sich die Polizei teils menschenverachtend und diskriminierend verhielt. Am 27.06.1969 wehrten sich erstmals Lesben, Schwule und Transsexuelle dagegen. Dies geschah in der Christopher Street in New York, daher kommt der Name des Feiertages „Christopher Street Day“. Weil die ersten Proteste in der „Stonewall Inn Bar“ begannen, wird der Feiertag auch Stonewall genannt. Jedes Jahr finden in vielen Ländern, auch in Deutschland, in der Zeit zwischen Mai und September aus diesem Grunde Demonstrationen und Feiern statt.

Coming out [caming aut]   
Aus dem Englischen übersetzt heißt das so viel wie rauskommen. Es bezeichnet das vor sich selbst (inneres Coming Out) und vor anderen (äußeres Coming Out) zum eigenen Lesbischsein zu stehen.

Community [ko’mju:niti]
Die „lesbische Gemeinschaft“.
Manche verstehen darunter die „Ersatzfamilie“, die sich Lesben durch ihren Freundeskreis schaffen, andere dagegen die Gesamtheit der lesbischen Veranstaltungsorte, Treffs usw., andere wiederum bezeichnen als Community die Gesamtheit aller lesbisch, schwulen, bisexuellen und transgender (LGBT) Orte

Cross Dressing
Eine Lesbe macht cross dressing, wenn sie sich ganz bewusst und massiv so kleidet und styled, dass sie männlich wirkt. Sie trägt dann z. B. einen Herrenanzug und klebt sich Koteletten und einen Bart an (siehe auch Drag King)

CSD
Abkürzung für Christopher Street Day (siehe Erläuterung oben)

Darkroom
Meist bei Partys und Discos für Schwule existierender gesonderter Raum, welcher für anonymen Sex bereitsteht. Das bedeutet, Leute gehen dort hinein, um mit für sie unbekannten Personen Sex zu haben. Für Lesben gibt es so etwas kaum, nur in den Großstädten Berlin und Hamburg.

Dental Dam
Latex-Tuch, welches z.B. bei Lesben-Online-Shops für den Safer-Sex angeboten wird. Es soll vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten beim Oralverkehr schützen. Allerdings ist es eher als Spielerei nutzbar, denn diese Latex-Tücher wurden nie auf Durchlässigkeit und Sicherheit geprüft, so wie das bei Kondomen der Fall ist. Sicherer ist also, sich aus einem Kondom, welches der Länge nach aufgeschnitten wird, ein Latex-Tuch selbst herzustellen. Dies ist auch so günstiger und leichter zu beziehen.

Dildo
Ein Dildo ist ein Sex-Spielzeug für die vaginale und anale Stimulation. Dildos verfügen meist über eine Art „Grundplatte“, die es ermöglicht, den Dildo bei Bedarf und Wunsch an einem Harness (eine Art Ledergeschirr) zu befestigen. Nicht jede Lesbe nutzt solches Sex-Spielzeug, manche tun es. Es gibt Dildos in verschiedensten Farben und Formen.

Doppelaxt
Eines der Erkennungszeichen unter Lesben.
Vielleicht hast Du sie schon auf einem Aufkleber am Auto oder als silbernen oder goldenen Schmuck gesehen. Ursprünglich war es ein Symbol im alten Griechenland, deren Bedeutung wissenschaftlich nicht gesichert ist. Schmuck, Aufkleber, Sticker usw. gibt’s an Verkaufsständen bei Frauenschwoofs, in Frauenbuchläden und im Versandhandel. Allerdings bringen auch Touristen einen solchen Kettenanhänger manchmal vom Kreta-Urlaub mit, das ist zwar selten, aber es bedeutet, daß nicht unbedingt jede doppelaxttragende Frau eine Lesbe ist.

Doppeltes Frauenzeichen
Eines der Erkennungszeichen unter Lesben.
Das weltweit gültige Frauenzeichen wird als Kreis mit einem Kreuz unten dran dargestellt. Dieses Lesbenzeichen besteht somit aus zwei ineinander verschlungenen Frauenzeichen. Vielleicht hast Du es schon auf einem Aufkleber am Auto oder als silbernen oder goldenen Schmuck gesehen. Schmuck, Aufkleber, Sticker usw. gibt’s an Verkaufsständen bei Frauenschwoofs, in Frauenbuchläden und im Versandhandel.

Drag-King
Frau in Männerkleidung oder die eine Männerrolle spielt. Siehe auch „Cross Dressing“ (siehe oben), nicht zu verwechseln mit Drag Queen (verkleideter Schwuler).

Dyke [Daik]
Das Wort Dyke ist in den USA gleichbedeutend mit dem Begriff Lesbe.
– steht heute für jede beliebige Lesbe
– wird heute lieber benutzt als das eher konservative „lesbian“ und gilt als ein etwas kämpferischerer Ausdruck

Femme
Feminine Lesbe mit „typisch“ weiblichen Merkmalen
– oft als Gegenstück zur Butch gesehen

Flanellhemd-Fraktion
Das Tragen von karierten Flanellhemden und lässiger Männerkleidung, meist kombiniert mit Kurzhaarschnitt, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert für andere Lesben

Gay [gei]
Englischsprachige Bezeichnung für Lesben und Schwule, wurde für den deutschen Sprachraum so übernommen. Allerdings wird der Begriff sehr viel häufiger von Schwulen als von Lesben benutzt und ebenso wie „homosexuell“ auch als „schwul“ verstanden

gender [ˈdʒɛndɚ]
Der Begriff Gender [ˈdʒɛndɚ] bezeichnet das „soziale“ oder „psychologische“ Geschlecht einer Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht (engl. sex). Der Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, um auch im Deutschen die Unterscheidung zwischen sozialem (gender) und biologischem (sex) Geschlecht treffen zu können, da das deutsche Wort Geschlecht in beiden Bedeutungen verwendet wird. Es dient vor allem als Terminus technicus in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Heten / Hetero(s) / Hetera(s)
Bezeichnung für Menschen, die Personen des anderen Geschlechts bevorzugen, sprich: alles was nicht lesbisch, schwul oder bi ist. Heten ist der Plural für heterosexuelle Männer und/oder Frauen, Hetero gilt für heterosexuelle Männer und Hetera entsprechend für die Frauen. Nicht immer, aber oft werden die Begriffe von Lesben als abfällige Bezeichnungen gegen Heterosexuelle benutzt.

Heterosexismus
Damit sind feindliche, abwertende und allgemein diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen von Heterosexuellen gegenüber Lesben und Schwulen gemeint.

Heterosexualität
Das Wort leitet sich von der griechischen Sprachwurzel „heteros = anders“ ab und bedeutet: Neigung zum anderen Geschlecht; also ein heterosexueller Mann steht auf Frauen und eine heterosexuelle Frau steht auf Männer

Homoehe
auch „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ (ELP) genannt. Rechtliche Lebensgemeinschaft lesbischer und schwuler Paare, die im Adoptions- und Steuerrecht jedoch noch immer nicht mit heterosexuellen Ehepaaren gleichgestellt sind. Weitere Informationen gibt es beim LSVD (Lesben und Schwulen Verband Deutschland) unter http://www.lsvd.de/.

Homoerotisch
Zwischen zwei Frauen „knistert“ es, weil sie sich körperlich zueinander hingezogen fühlen.

Homophil
anderer Begriff für Homosexualität (siehe unten)

Homophobie
Dies bezeichnet die Angst von Heterosexuellen gegenüber den eigenen lesbischen bzw. schwulen Anteilen, die sich dann auch in abwehrendem, abwertendem und allgemein diskriminierendem Verhalten zeigt. Aber auch Lesben haben selbst eine verinnerlichte Homophobie aufgrund eines negativen Selbstbildes als Lesbe.

Homosexualität
Obwohl viele denken, der Begriff würde sich nur auf Männer beziehen, beruht „homo“ sprachlich nicht auf dem lateinischen Wort für Mann, sondern auf dem griechischen Wort „homos = das Gleiche“. Es bedeutet also, dass sich jemand zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Demnach ist es nicht nur ein Begriff für Schwule, sondern auch für Lesben.

Kesser Vater
Maskuline Lesben in Männerkleidung
– weit verbreitet in den 20er- und 30er-Jahren

Klemmlesbe
Lesbe, die ihre Homosexualität nicht auslebt

Kurzhaarlesbe
Lesbe mit „Lesbeneinheitskurzhaarschnitt“

Labrys
Andere Bezeichnung für Amazonenaxt und Doppelaxt (siehe Erläuterungen oben).

Landlesbe
– lebt auf dem Land
– vermeidet Großstadt und ihre Szene bewusst

Lastwagenfahrer-Lesbe / LKW-Lesbe
Burschikose Lesbe aus der Flanellhemd-Fraktion, der man zutraut einen LKW zu fahren

Leder-Lesbe
Bezeichnung für eine meist in Leder gekleidete Lesbe. Der Grund liegt meist darin, dass sie entweder Motorrad fährt oder auf S/M (Sadomasochismus) steht.

Lesben
Die Bezeichnung für homosexuelle Frauen leitet sich von der griechischen Insel Lesbos ab, auf der die frauenliebende Dichterin Sappho (ca. 600 v.Chr.) lebte. Vor allem in der Schriftsprache wird im Deutschen bis heute noch der von Lesben meist abgelehnte Begriff „Lesbierin“ gebraucht. Inzwischen hat sich jedoch „Lesbe“ weitgehend durchgesetzt, auch wenn das Wort in Lexika immer noch als umgangssprachlich bezeichnet wird. Der bislang noch von vielen Heterosexuellen negativ gemeinte Begriff Lesbe wird seit ca. den 70’er Jahren von Lesben selbst positiv und mit entsprechendem Selbstbewusstsein benutzt.

Lesbeneinheitshaarschnitt
Von vielen Lesben bevorzugter Haarschnitt. Das Deckhaar wird etwas länger getragen und der Nacken ausrasiert.

Lesbenfrühlingstreffen
Jährlich stattfindende Großveranstaltung von Lesben für Lesben immer auf den Pfingstfeiertagen und jedes Jahr an einem anderen Ort in Deutschland. Es gibt dort viele Workshops zu lesbischen Themen und Kulturelles von Lesben (Konzerte, Kabarett, Lesungen). Meist sind insgesamt ca. 1000-1500 Lesben am jeweiligen Veranstaltungsort.

Lesbenszene
Dies ist ein Begriff, unter dem jede Lesbe etwas anderes versteht. Eine von vielen Definitionen ist: Gesamtheit der lesbischen Veranstaltungsorte, Treffs incl. der Besucherinnen. Wenn Du in lesbischen Kontaktanzeigen den Satz „no scene“ liest, scheint das zu bedeuten, dass die Anzeigenaufgeberin Lesben nicht will, die sich lesbenpolitisch engagieren oder aber sich „ökohaft“ oder sich „maskulin“ kleiden. Wenn jemand den Begriff Lesbenszene benutzt, ist es am besten, du fragst diejenige dann, was sie damit meint.

„lesbische Hände“
Eines der Erkennungszeichen unter Lesben. Vielleicht hast Du es schon auf einem Aufkleber am Auto oder als silbernen oder goldenen Schmuck gesehen. Die „lesbischen Hände“ sind das älteste Lesbenzeichen und sollen die Vagina der Frau darstellen. Schmuck, Aufkleber, Sticker usw. gibt’s an Verkaufsständen bei Frauenschwoofs, in Frauenbuchläden und im Versandhandel.

LFT
Abkürzung für Lesbenfrühlingstreffen, siehe oben.

Liebeskugeln
Dabei handelt es sich um ein Sex-Spielzeug, dass für eine Frau alleine dienlich ist. Es sind 2 Kugeln, die mit einem Band verbunden sind und in die Vagina eingeführt werden. Sie können Verzückungen hervorrufen, während Du arbeitest, einkaufst oder sonst was machst, weil ja niemand sehen kann, was Du da in Dir trägst. Nicht jede Lesbe hat so etwas zu Hause, aber manche.

Lipsticklesbe
mit Schminke ausgestattete Lesbe mit Hang zum Glamourösen

Matriarchat
Das Gegenteil von Patriarchat, welches in unserer Gesellschaft besteht. Frauen in unserer Gesellschaft sind noch immer nicht gleichberechtigt, leisten die meiste Arbeit, haben die niedrigeren Einkünfte, dringen schwerer in Führungspositionen vor, werden von Männern geschlagen und vergewaltigt usw. Viele Lesben erleben diese Diskriminierung auch als Frau. Daher wünschen sich viele Lesben ein Matriarchat, weil dies beinhaltet, dass dann die Frauen das Sagen hätten.

Monogamie, monogam
Monogam bist Du, wenn Du nur eine feste Partnerin hast und ihr treu bist. Monogam ist das Gegenteil von polygam (siehe unten).

Motorradlesbe
– besitzt und fährt Motorrad
– trägt oft Lederkleidung

One night stand [wan nait stend]
Bezeichnung für einmaligen Sex mit einer Person ohne Wiederholung und ohne Eingehen einer Liebesbeziehung.

Outing [autin]
Bezeichnung dafür, dass Leute durch andere Personen vom Lesbischsein erfahren. Wenn also jemand deinen Eltern oder deinem/r Chef/in erzählen würde, dass Du lesbisch bist, dann würde dich jemand outen. Dies ist demnach nicht mit dem Coming-out zu verwechseln, weil du beim Coming-out es da dann jemanden selbst sagen würdest. Diese Begriffe wurden allgemein bekannt, da viele Promminente von der Presse geoutet wurden, z. B. Bettina Böttinger als bi, Alfred Biolek als schwul, Tatortkomissarin Lena Odenthal als lesbisch.

Parthenogenese
Die sogenannte Jungfrauengeburt, bei der es zu einer Fortpflanzung durch eine unbefruchtete Eizelle kommt. Ein Samen ist dafür also nicht nötig. So soll ja angeblich Jesus entstanden sein. Es wäre die Erfüllung des größten Traumes von Lesben mit Kinderwunsch, wenn dies tatsächlich funktionieren würde.

Patriarchat
Siehe Erläuterungen unter „Matriarchat“.

Polygamie, polygam
Polygam ist jemand, der mit mehreren Partnern Sex hat (aber nicht unbedingt gleichzeitig). Das Gegenteil von monogam.

Plug [plag]
Dies ist ein aus dem Englischen übernommener Begriff mit der Bedeutung Stöpsel oder Pfropfen. Es handelt sich dabei um ein Sex-Spielzeug, ähnlich einem Dildo (siehe oben), jedoch kleiner und für den Analverkehr gedacht. Nicht jede Lesbe hat so etwas zu Hause, aber manche.

Pride [praid]    
Dieser Begriff ist meist in Zusammenhang mit gay als Gay Pride zu lesen. Pride ist aus dem Englischen in Stolz übersetzbar. Demnach bedeutet Gay Pride, stolz darauf zu sein, dass frau lesbisch ist.

Queer
Dies war früher eine abwertende Bezeichnung für Lesben und Schwule. Der Begriff kommt aus dem Englischen und ist der Gegensatz zu „straight“ = geradlinig. Heute benutzen viele Lesben und Schwule diesen Begriff für sich in positiver Bedeutung.

Regenbogen
Eines der Erkennungszeichen unter Lesben u n d Schwulen. Vielleicht hast Du schon mal einen kleinen bunten Regenbogen auf einem Aufkleber am Auto oder eine Fahne mit den Regenbogenfarben an der Hausfassade einer Kneipe oder der AIDS-Hilfe gesehen.

Regenbogenfamilie
Lesbische oder schwule Paare mit Kindern.

Rosa Winkel
Der „rosa Winkel“ sieht aus wie ein rosafarbenes Dreieck mit einer Spitze nach unten. Ursprünglich wurde dieses Zeichen schwulen Männern in der NS-Zeit wie bei den Juden der David-Stern im KZ an die Wäsche genäht. Lesben bekamen statt dessen einen Rosa Winkel mit einem „L“ in der Mitte oder (was häufiger der Fall war) einen Schwarzen Winkel (das Zeichen im KZ für sog. Asoziale). Die Lesben- und Schwulenbewegung hat später den Rosa Winkel selbstbewusst als positives Zeichen genutzt. Aus diesem Grunde hängt oft auf Lesben- und Schwulenpartys ein großer Rosa Winkel als Raumdekoration und zur Erinnerung an die Greueltaten der Nazi-Zeit an der Wand. Das Zeichen wird auch als Erkennungssymbol unter Lesben und Schwulen verwandt. Es beinhaltet damit die selbstbewusste Umdeutung des vormals negativen Symbols, ähnlich wie bei dem vormals negativen Begriff „Lesbe“.

Sandkastenlesbe
frühes Coming-out
– keine heterosexuelle Vergangenheit

Schranklesbe
Lesbe ohne Coming-out
– traut sich nicht zu ihrer Homosexualität zu stehen

Separatismus
Freiwilliger Rückzug von Frauen aus der männlich-dominierten Gesellschaft. Separatismus gibt es aber auch unter Lesben, wenn z.B. eine politisch interessierte Lesbe nichts mit denen zu tun haben will, die sich nicht politisch engagieren usw. Es gibt eine starke Aufsplittung unter den Lesben, was sich auch an der Entwicklung von vielen unterschiedlichen Begriffen zeigt, die Lesben untereinander oft eher abfällig nutzen. Nur ein paar wenige Beispiele dafür sind:
– Ökolesben / Müslilesben / Birkenstocklesben für diejenigen, welche politisch interessiert sind und dies z. B. auch in ihrer Kleidung zeigen.
– Lipsticklesben für diejenigen, welche sehr auf ihr Äußeres mit Kleidung und Schminke achten
– Sublesben für diejenigen, welche in Bars gehen

sub
Abkürzung für Subkultur. Es kursieren jede Menge verschiedener Definitionen dieses Begriffs unter Lesben. Manche verstehen darunter ganz allgemein Bars, Diskos und Kneipen für Lesben, andere eher Lokalitäten für Lesben, die sie abwertend als Absteigen bezeichnen, in denen viel gebaggert und abgeschleppt wird. Am besten, Du fragst diejenige, was sie darunter versteht, wenn Du diesen Begriff hörst.

Toys [tois]
Als Toys wird Sexspielzeug bezeichnet, z. B. Dildos, Vibratoren usw. Vor 10 Jahren wurden Toys noch unter Lesben meist abgelehnt. Das hat sich geändert, aber es heißt nicht, dass jede Lesbe einen Dildo o. ä. zu Hause liegen hat.

Transgender
Oberbegriff für Personen mit einer Identität außerhalb der Geschlechtskategorien Mann/Frau.

Transsexuelle
Dies ist ein Ausdruck für Menschen, die das Gefühl haben, im falschen Körper geboren worden zu sein, d. h. sie haben einen männlichen Körper, fühlen sich aber als Frau oder umgekehrt. Dies ist nicht mit Transvestiten zu verwechseln, denn die stehen einfach nur auf die Kleidung des anderen Geschlechts im Sinne eines Fetisch, wollen aber nicht den Körper des anderen Geschlechts haben! Viele transsexuelle Menschen leiden so stark unter dem Gefühl, eigentlich dem anderen Geschlecht zuzugehören, daß sie sich umoperieren lassen. Der Operation muss ein psychologisches Gutachten und ein mindestens einjähriges Leben in der anderen Geschlechterrolle vorangehen (durch „Verkleiden“). Danach kann auch der Vorname geändert werden.
Dieser Begriff ist hier bei den L-Bezeichnungen erläutert, weil auf Lesbentreffs immer mal wieder einzelne Transsexuelle auftauchen und das Thema unter Lesben teils sehr hitzig diskutiert wird. Der Wunsch, das Geschlecht zu wechseln, hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun. Das bedeutet, ein in einem männlichen Körper geborener Mensch, der sich sexuell zu Frauen hingezogen fühlt, sucht auch nach der Geschlechtsumwandlung Frauenbeziehungen. Dieser Mensch bezeichnet sich dann also als transsexueller lesbischer Mensch. 

Travestie
Kleidung des anderen Geschlechts anziehen, meist Männer, die in Frauenkleidung schlüpfen

Urlesbe
anderer Begriff für Sandkastenlesbe (siehe oben)

Szenelesbe
soziales Umfeld in der schwul-lesbischen Szene
– geht häufig in Szene – Bars, Discos und Homo-Partys

Vanilla-Lesben
Lesben, die Kuschelsex bevorzugen

Vibrator
Vibratoren haben einen kleinen, batteriebetriebenen Elektromotor eingebaut, der dich durch seine Vibrationen in höchstes Entzücken versetzen kann. Vibratoren dienen der vaginalen, klitoralen und analen Stimulation. Nicht jede Lesbe nutzt solches Sex-Spielzeug, manche tun es. Es gibt Vibratoren in verschiedensten Farben und Formen und Größen.

Walpurgisnacht
Die Walpurgisnacht findet jedes Jahr in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai statt. Es ist eigentlich von der „Überlieferung“ her die Nacht der Hexen, in der sie zur Feier auf den Blocksberg fliegen. Seit der Frauenbewegung in den 1970er Jahren ist dies der Zeitpunkt vieler Frauenfeste überall im Lande, an denen sich auch immer sehr viele Lesben beteiligen.

XX-Lesbe
politischer Begriff mit dem Räume nur für XX-Lesben eingefordert werden. XY=Mann, XX ist Frau. Der Denkfehler dabei ist, dass auch FzM (Frau zu Mann)-Transsexuelle ein XX-Chromosom haben.

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