Gefährliche Freundinnen erschien 1990 in Paris, und noch im selben Jahr erhielt die Autorin den Prix Goncourt für den ersten Roman. Die französische Presse feierte diese „Version der gefährlichen Liebschaften“ im ausgehenden 20. Jahrhundert – bezugnehmend auf Choderlos de Laclos Briefroman „Les liaisons dangereuses“ aus dem Jahre 1782 – mit ausnahmsloser Begeisterung. In Monferrands Roman geht es um lesbische Lieben, um Freundinnenschaft und um die Gefahren, die immer drohen, wenn sich die eine der anderen ausliefert, ob als Freundin oder als Geliebte. Über Generationen hinweg lassen sich die Geschichten der Frauen in Form ihrer Briefe verfolgen: Sie kommen sich näher und distanzieren sich wieder, leben u.a. in Wien, Paris, Kopenhagen, Stockhol m … Sie verletzen sich, intrigieren gegeneinander und versöhnen sich, doch manchmal kommen Versöhnungsangebote zu spät … Die individuellen Geschichten der Frauen stehen im Kontext der jeweiligen politischen Gegenwart in der Zeit zwischen 1964 bis 1980, der massiven Auswirkungen des 2. Weltkrieges, des Algerienkrieges, der Ereignisse des Mai ’68 und des vehementen Einflusses der Frauenbewegung – nicht nur in Frankreich.

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