Jedes der von Anja Müller fotografierten Paare umgibt eine Atmosphäre aus Zärtlichkeit und Zuneigung füreinander. Beim Fotografieren geht es der Fotografin um Nähe und Intimität, nicht um Voyeurismus. Mit ihren Bildern möchte sie Berührung zeigen und berühren. Ihre Fotografie bewegt sich dafür zwischen Inszenierung und Authentizität. Sie schaffte zum Fotgrafieren einen sicheren Raum, in dem sich das Paar in seiner Nacktheit aufgehoben fühlt und den es mit sich füllen kann. Wenn idie Fotografin das Paar auffordert, sich zu küssen, ist der Kuss ein echter Kuss, die Berührung eine echte Berührung. In alltagsweltlichen Settings eröffnet sie einen nicht durch technische oder Beleuchtungsspielerei verstellten direkten Blick auf die Personen. Die BetrachterInnen kennen weder Alter, noch Vorgeschichte, weder Berufe noch Herkunft, wissen nicht, wie lange die Paare schon zusammen sind. Aber auf den Bildern Anja Müllers werden die Menschen für die BetrachterInnen vertraut. Auch wenn man das Bild so anschauen kann, wie man keinen fremden Menschen betrachtet, werden die Betrachteten nie zum Objekt. Ob melancholisch, euphorisch, leidenschaftlich, humorvoll oder pragmatisch, im Schlafzimmer, im Flur, in der Küche: Die Paare offenbaren, dass es viele Weisen gibt, sich zu lieben, sowohl körperlich als auch emotional.

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