Nach teilweise großen Strapazen auf dem Weg nach Deutschland erleben sie auch hier, vor allem auch in Gemeinschaftsunterkünften, Homo- und Trans*phobie. Einen wirksamen Schutz, abseits von erfolgreichem Verbergen, gibt es in der Regel nicht. Junge LSBT*Geflüchtete sind somit mehrfach benachteiligt und vor allem allein mit existenziellen Ängsten, Sorgen, Erfahrungen, Orientierungsschwierigkeiten.

Seit September finden junge LSBT*Geflüchtete notwendige Unterstützung zur Stärkung, Integration und Bildung in den LSBT*Jugendtreffs together mülheim, together essen, together krefeld und anyway köln. Neben individueller Unterstützung z.B. in Form von Beratung oder Begleitung bei Behördengängen, ermöglicht das landesgeförderte Projekt spezielle Gruppenangebote für junge LSBT* mit Fluchthintergrund sowie Unterstützung bei der Integration in die regulären Angebote der Jugendtreffs. Da Integration keine Einbahnstraße ist und damit auch die bestehenden Besuchenden der Einrichtung von der Zuwanderung profitieren lernen, geht mit dem Projekt ein Prozess der interkulturellen Öffnung der Einrichtungen einher, der das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellt und das Unterschiedliche als Bereicherung sichtbar macht.

Junge LSBT*Geflüchtete stellen auch allgemeine Angebote der kommunalen Geflüchtetenhilfe (Ausländerämter, Unterkünfte, Integrationskursträge etc.) vor besondere – leider häufig übersehene – Herausforderungen. Zur Sensibilisierung und Fortbildung der hier tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen wurden durch die NRW-Fachberatung „gerne anders!“ Beratungs- und Fortbildungsangebote geschaffen, die in den Kommunen Essen, Krefeld, Köln und Mülheim an der Ruhr kostenlos durchgeführt werden können.

Wichtiger Erfolgsfaktor des Projektes, mit dem in den Kommunen bisher zwischen 10 und 40 junge Geflüchtete erreicht werden konnten, ist, dass es an den Stärken der Zugewanderten ansetzt und ihre Selbsthilfepotentiale nutzt. Sie sind nicht nur Expert*innen in eigener Sache, sondern erleben auch, dass sie selbst einen wichtigen Beitrag zu einer friedlichen, bunten und solidarischen Gemeinschaft beitragen (können).

Weitere Informationen unter www.together-virtuell.de

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