Vor diesem Hintergrund erstaunt die fehlende queer-theoretische Auseinandersetzung mit dem Staat ebenso wie die fehlende staatstheoretische Beschäftigung mit Heteronormativität. Eben diesen Leerstellen arbeitet der Band Que[e]r zum Staat entgegen. Die einzelnen Beiträge veranschaulichen, dass sich Heterosexualität als Norm und Normalität weiterhin subtil durch alle Bereiche der Gesellschaft zieht. Nicht zuletzt zeigen sie jedoch ebenso, dass Staat und Heteronormativität durch alltägliche Praxen reproduziert werden und dass diese somit durch Kritik, Verweigerung und Widerstand auch verändert werden können.

 

Aus dem Inhalt […]

  • Que[e]r zum Staat. Heteronormativitätskritische Perspektiven auf Staat, Macht und Gesellschaft. Eine Einleitung | Helga Haberler, Katharina Hajek, Gundula Ludwig, Sara Paloni
  • Kein Staat zu machen? – Heteronormativitätskritische Perspektiven auf die Genese des modernen Staates | Heike Raab
  • Recht und Heteronormativität im Wandel | Sushila Mesquita
  • Queeuropa. Toleranz und Antidiskriminierung von LGBT als Technologie der neoliberalen Gouvernementalität der europäischen Integration | Monika Mayrhofer
  • Heteronormativität und Staatsbürgerschaft. Queer-theoretische Annäherungen an ein komplexes Verhältnis | Christinie M. Klapeer
  • Wie Sex(e) zur Staatsangelegenheit wird – und was Staatsangelegenheiten mit Sex(e) zu tun haben | Gundula Ludwig
  • Der Staat bei der sexuellen Arbeit | Volker Woltersdorff alias Lore Logorrhöe
  • Normative Gewalt und Staat | Sara Paloni
  • Von der „Homo-Ehe“ zur Queer-Family? Das deutsche Lebens partnerschaftsgesetz und die heteronormative Regulierung von Familie | Katharina Hajek
  • Irritationen im Verhältnis imaginärer Körper und staatlich organisierter Subjektkonstitution | David Müller, Clemens A. Rettenbacher
  • Spielräume sexualisierter Gewalt | Antke Engel
  • Des-Integration im Kontext moderner Staatlichkeit: utopische Wirklichkeiten in Auszügen queeren Dissenses | Helga Haberler

Die Herausgeber_innen

Helga Haberler promoviert im Bereich Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Wien und beschäftigt sich mit transdisziplinären kritischen politischen Theorie-Praxen, queer-feministischen, feministischen und postkolonialen Theorien.

Katharina Hajek ist Universitätsassistentin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien und arbeitet zu politischer und feministischer Theorie.

Gundula Ludwig arbeitet als wissen schaftliche Geschäftsführerin am Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Universität Marburg und setzt sich aus queer-feministischer Perspektive mit Staats-, Macht- und Demokratietheorien auseinander.

Sara Paloni promoviert im Bereich Politikwissenschaft an der Universität Wien und arbeitet zu queer-feministischen Theorien zu Repräsentation,
Identität und Körper, Gewalt und agency.

 

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