Diesmal sind Sherry und Madison die beiden Hauptfiguren. Sherry, Mutter eines Sohnes, kann sich nur knapp versorgen, arbeitet als Kellnerin in einem Schnellimbiss und muss jeden Cent mehr als einmal umdrehen. Madison, die Sherry in ihrem Schnellimbiss kennenlernt, wird zu Beginn ziemlich klischeehaft dargestellt: reich, verwöhnt, Partys ohne Ende, geistlose Freunde. Geld? Überhaupt kein Problem, ist ja genug da.

Diese Mischung aus Aschenputtel und ihrer Prinzessin ist nicht neu. Aber Alison Grey schafft es, die Geschichte auf eine sehr angenehm zu lesende Art weiter zu entwickeln. Madison war am Anfang der Geschichte ausgesprochen unsympathisch, einer dieser Menschen, bei denen ich direkt dachte: Was kostet die Welt? Alles und alle sind käuflich.

Und so fängt die Geschichte auch an: Madison, die bisher nur Spaß und Partys kannte, muss Verantwortung übernehmen. Ihre Großmutter, die für sie ihr Vermögen verwaltet, will sie enterben, wenn sie nicht endlich Verantwortung übernimmt. Da kommt Sherry gerade recht. Madison macht ihr ein „unmoralisches Angebot“, dem sich Sherry nicht entziehen kann. Was kann so schwer sein, für kurze Zeit „Familie auf Bestellung“ zu spielen?

Sherrys Sohn Jake ist derjenige, der alles ändert. Er ist oft krank und weckt in Madison ganz neue Seiten. Besonders durch ihn lernt sie, Verantwortung zu übernehmen. Was sich jetzt alles ziemlich klischeehaft anhört, entwickelt im Laufe des Romans eine soghafte Eigendynamik.

Kapitel um Kapitel habe ich gelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Auf einer langen Zugfahrt von Italien nach Deutschland hat es mir äußerst kurzweilig die Zeit vertrieben.

Natürlich gibt es ein Happy End, aber was bei diesem Roman den Unterschied macht: Menschen können sich glaubhaft ändern. An Madison, der „verzogenen Göre“, konnte ich diese Wandlung am besten miterleben. Alison Grey schildert diese Wandlungen bei Madison und auch die der anderen Hauptfigur, Sherry – zu einer Frau, die sich wider besseres Wissen verliebt – sehr glaubhaft. Der Roman schildert, wie aus einer „Geschäftsbeziehung“ zum Vorteil von beiden erst eine zögerliche Freundschaft und dann – ganz allmählich – Liebe wird.

„Liebe im Trinkgeld inbegriffen“ war für mich ein Buch mit liebenswerten Hauptfiguren und schönen Momenten zum Träumen! Wann gibt es das nächste Buch von Alison Grey?

 

Alison Grey – Liebe im Trinkgeld inbegriffen, 30. August 2015, Taschenbuch: 354 Seiten, Ylva Verlag, ISBN-13: 978-3955334598.

 

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