Missverständnisse und Verwirrungen nehmen zu, und plötzlich steht alles auf der Kippe: Haben die Bühnenbildner-Jobs am Theater wirklich Zukunft? Immer nur Assistenzen, keine fixe Anstellung, dazwischen jobben in diversen Kneipen? Und ist die geruhsame, sichere Langzeitbeziehung tatsächlich das, was sie sich wünscht? Mona möchte mit Mel zusammenziehen. Dafür fühlt sie sich nicht reif genug. Und da ist dann ja auch noch die Mitbewohnerin Sam, Studentin der Literaturwissenschaft und Sängerin einer Riot-Girl-Band. Es beginnt damit, dass Mel sie küsst …

Plötzlich sind auch Themen wie lesbisch oder bi, Beziehung und/oder Affäre, treu und monogam oder doch nicht, auf dem Tisch. Wo sind die Grenzen? Was genau passt in den Lebensentwurf? Und wie sieht der eigentlich genau aus?

Familienturbulenzen kommen natürlich auch nicht zu kurz. Sowohl bei Mel als auch bei Sam knirscht es in der Beziehung bei Eltern und Geschwistern. Aber auch politische Aspekte und der Umgang damit spielen eine Rolle.

Birgit Utz schafft es, wie schon im ersten Teil (»Smalltown Blues«) mit viel kleinen Details und Stimmungen eine Atmosphäre zu schaffen, in der es Spaß macht, der Entwicklung von Mel zu folgen. Dies sind örtliche Beschreibungen genauso wie immer wieder Einschübe über aktuelle Songs, die gespielt und/oder gehört werden.

Ein unterhaltsamer Roman, der in einer Zeit spielt, in der zu Hause auf Telefonanrufe gewartet wurde, weil es noch keine Handys gab, man sich den Walkman aufgesetzt und analog fotografiert hat.

Bin gespannt auf den dritten Teil 😉

 

gelesen von Birgit Holzer aus Wien: Utz, Birgit: Alles ist anders, Verlag Krug & Schadenberg, 2016, 312 Seiten, broschiert, auch als E-Book