Als ihre Tochter sieben Jahre alt ist, stirbt Heinz bei einem Einsatz der Hagana. »Meine Mutter und ich hatten eine unglückliche Liebesgeschichte miteinander.« Auf der Suchenach dem, was ihre Mutter geprägt hat, begibt sich Jutta Schwerin tief hinein in eine Familiengeschichte voller Ambivalenzen und offener Fragen. Und auch ihr eigenes Leben hält dramatische Wendungen parat: große Lieben, Kinder, Abschiede, Neuanfänge und Begegnungen mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie David Ben-Gurion, der Fotografin Ellen Auerbach, der Journalistin Charlotte Beradt und Hannah Arendts Mann Heinrich Blücher. Sie erzählt von Menschen, die sich wie sie politisch engagieren, sei es in der kommunistischen Jugend, im SDS, in der Frauenbewegung, in der Kommunalpolitik oder als Bundestagabgeordnete der Grünen. So bilden ihre Erinnerungen nicht nur eine Annäherung an die Eltern, sondern eine Hommage an widerständige Charaktere, die wissen, wann es an der Zeit ist, »nein« zu sagen. Jutta Schwerin erzählt in klaren Bögen, unsentimental, aber voller Empathie von dem, was das Leben ausmacht. Ob nun in Abgrenzung zur Mutter oder in der Fortsetzung ihrer Ideale und ihres selbstbestimmten Weges, eins bleibt sie immer: Ricardas Tochter.

 

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