Der alte Mann im Kapitänsmantel, der Ausflugsdampfer, von dessen Schiffsschraube die Leiche zerfetzt worden ist, die taz-Schlagzeile »ARM DRAN: OHR AB«? Antje Rávic Strubel entführt in Fremd Gehen in ein unbekanntes Berlin noir, an dessen Mauern Parolen wie »Mehr Hingabe!« stehen, wo das Leben wie eine Loveparade betrieben wird und die DDR als fliegender Holländer stets präsent ist: »Man kennt sich da doch nicht mehr aus, hat er gesagt, wenn das Politbüro die eigenen Leute loswerden will, das ist ja nicht sein Problem gewesen, das Politbüro mit seinen Dritte-Reich-Vorstellungen vom Krieg, das sei dann eben einer weniger mit einer großen Klappe gewesen, hat ihn ja auch nicht viel gekostet, irgendwann kommt immer ein Sturm, sagt er, man muß nur ein bißchen warten, und ein Politmensch ist selbst schuld, wenn er steuerbord und backbord nicht auseinanderhalten kann.« www.antjestrubel.de

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