„Ich finde es schon witzig, dass sich die Geschichte, die ich dir damals von mir erzählt habe, nun fortsetzt, dass sie sich weiterentwickelt, in einer offeneren Zeit, in der es selbstverständlicher geworden ist, dass Kinder auch mit zwei Müttern oder zwei Vätern aufwachsen können. Aber es ist eben noch lange nicht selbstverständlich, denn sonst müsste es ja auch solche Bücher wie dieses nicht mehr geben!“ (Marie, 37) 

„Nur in der Grundschule“, sagt Antonia, „da wäre ich so wahnsinnig gerne normal gewesen, da wollte ich auf keinen Fall was Besonderes sein. Ich glaube, in der Zeit hätte ich lieber eine traditionelle, biedere Familie mit Mama und Papa gehabt.“ „Aber“, wendet Felix ein, „stell dir vor, Mama wäre mit Papa zusammengeblieben!“ „O je“, stöhnt Antonia, „dann wären wir jetzt so eine spießige, langweilige Westerwälder-Familie!“ (Antonia, 20, Felix, 22) 

„Kann sein“, überlegt Georg, „dass es am besten gewesen wäre, wenn Geerd einfach seinen Mund gehalten hätte, als er sich zum Elternsprecher hatte wählen lassen.“ Ohne sein offenherziges Outing. Das, meint er, hätte vielleicht geholfen, die Zeit erträglicher zu machen. Obwohl das, was er durch das Aufwachsen bei Geerd erfahren hat – die Offenheit für verschiedene Lebens- und Liebesweisen, sein eigenes selbstbewusstes Bekenntnis, „auf keinen Fall nur hetero“ zu sein und weder sich noch andere in irgendeine Schublade zu stecken –, möchte er keineswegs missen. (Georg, 27)

Die Autorinnen stehen für Lesungen gerne zur Verfügung.

Mit einem Vorwort von Patrick Lindner und einem Nachwort der Kinder- und Jugendlichentherapeutin Susy Signer-Fischer.

Stephanie Gerlach ist Diplom-Sozialpädagogin und Trainerin. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren zu LGBT-Elternschaft, ist in der Fortbildung tätig, hält regelmäßig Vorträge und bloggt unter www.rainbowfamilynews.de. Darüber hinaus ist sie Autorin von Regenbogenfamilien – ein Handbuch (Querverlag 2010/2013). Sie lebt mit Frau und Tochter in München. 

Uli Streib-Brzič, Dipl.-Soziologin, M.A. biographical & creative writing, arbeitet als Systemische Therapeutin und Beraterin mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Berliner Institut für genderreflektierte Gewaltprävention. Sie lebt mit
ihrer Frau in Berlin, hat eine erwachsene Tochter und zwei Enkelkinder.

 

 

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